17.02.2006
DSDS-Kandidat Tobias Regner aus Teisendorf über die Erfahrung, 2000 kreischenden Teenies gegenüber zu stehen:
Teisendorf: "Man ist froh, dass Bodyguards dabei sind"
In der morgigen 6. Mottoshow singt der 23-Jährige zwei Nummer-1-Hits und gibt sich wieder rockiger - "Gefühl per Knopfdruck" geht nicht
Teisendorf. Der Schock, erstmals bei "Deutschland sucht den Superstar" nur knapp die nächste Runde erreicht zu haben, sitzt bei Tobias Regner aus Teisendorf immer noch tief. Im Interview mit der Lokalzeitung spricht der 23-Jährige über seine Gefühle bei der Entscheidung, kreischende Teenies und darüber, wie es ist, wenn das Liebesleben an die Öffentlichkeit gezerrt wird. Am morgigen Samstag wird Tobias Regner ab 21.15 Uhr auf RTL erstmals zwei Lieder präsentieren. Das Motto lautet diesmal "Nummer-1-Hits."
Deine Interpretation von "Jessie" wurde von Dieter Bohlen und Silvia Kollek kritisiert - sie vermissten Sehnsucht und Gefühl. Was sagst du dazu?Tobias Regner: Das ist eine schwierige Sache, denn wenn ich einen Song singe, dann sitzen zwar Text und Melodie, aber ich kann nicht per Knopfdruck Gefühl einschalten. Wenn ich singe, stelle ich mir eine bestimmte Situation vor. Bei "Jessie" geht es ja um eine chaotische Bezieuhng und ich habe versucht, mich da hineinzuversetzen.
Warst Du mit Deinem Auftritt zufrieden?Regner: Zu 70 Prozent. Ich habe mich mal wieder zu sehr verkrampft.
Wie war es, als erster der Kandidaten zu singen?Regner: Diesmal war ich nicht so aufgeregt wie sonst, da ich nicht lange auf meinen Auftritt warten musste. Ich vergleiche meinen Auftritt immer mit denen der anderen Kandidaten und hatte nicht viel Zeit, nervös zu werden. Trotzdem war es irgendwie eine schwierige Situation, die Show zu eröffnen.
Vor der Entscheidung wurdest Du zum ersten Mal nach vorne geholt - was ist Dir da durch den Kopf gegangen?Regner: Ich habe mich schon darauf vorbereitet, denn je weniger Kandidaten wir werden, desto wahrscheinlicher wird es, dass man fliegt. Außerdem gehören Mike, Vanessa und Nevio für mich zu den absoluten Favoriten. Es ist ein komisches Gefühl, wenn man da vorne auf die Entscheidung wartet, tausend Dinge gehen einem da durch den Kopf. Man fragt sich, wie man mit dem Rauswurf umgehen wird, wie sich das Leben verändert. Es ist schon hart!
Es sah so aus, als hätte Dich die Entscheidung mehr mitgenommen als Anna-Maria.Regner: Es hat mir sehr leid getan, dass Anna-Maria gehen musste, ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ich sie rausgekickt habe, was ja eigentlich Blödsinn ist.
In einem unserer früheren Gespräche hast Du gesagt, Dein großes Ziel ist es, unter die besten Fünf zu kommen. Hast Du jetzt ein neues Ziel?Regner: Echt, hab' ich das gesagt? Naja, jetzt ist es mein Ziel, unter die besten Vier zu kommen! Ich bin realistisch und kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich Vanessa, Mike und Nevio schlagen kann.
Glaubst Du, dass Deinen Fans Dein neues Styling gefällt oder hast Du Angst, dass Du als Rocker nicht mehr authentisch rüberkommst?Regner: Ich hatte beim letzten Auftritt auch gemischte Gefühle. An meine Fans: sorry, das war echt zu soft! Wir hätten nicht auch noch mit dem Glätteisen über die Haare gehen sollen. Das T-Shirt war aber okay, aber in der nächsten Show werde ich wieder rockiger aussehen (lacht).
Nervt es Dich nicht, dass Du Dir über Dein Styling Gedanken machen musst?Regner: Das gehört dazu, dass alles optisch passt. Wir Jungs müssen einfach "süß" aussehen, das ist halt so.
Stört es Dich nicht, wenn, wie in letzter Zeit, Dein Liebesleben vor allen Leuten ausgebreitet wird!Regner: Doch, gestern beispielsweise hat es mich ge- nervt. Wir hatten einen Auftritt bei "Viva". Und da sagte ich, angesprochen auf meine Ex-Freundin, dass sie nicht mein Typ gewesen sei. Der Ausspruch musste nicht sein, das war viel zu hart.
Das wird jede Frau genauso sehen...
Regner: Ja, jetzt weiß ich das auch! Ich will einfach nur Musik machen, aber scheinbar ist mein Liebesleben und das Thema Liebe überhaupt sehr sehr wichtig.
Welche Lieder singst Du am Samstag?Regner: "I Don't Wanna Miss A Thing " von Aerosmith und "Join Me" von HIM. Da kann ich hoffentlich wieder mit Rock punkten. Aerosmith habe ich bereits beim Recall in Berlin gesungen, das Lied ist mir auf den Leib geschneidert, da will ich Gänsehaut erzeugen. "Join Me" passt zu meiner Stimme, ich muss nur überlegen, wie ich diese Selbstmörderstimmung wegbekomme.
Hast Du die beiden Lieder selbst ausgesucht?Regner: Aerosmith wurde mir vorgeschlagen. Zuerst wollte ich "Never Gonna Give You Up" von Rick Astley singen, das wäre eine Herausforderung gewesen, aber momentan will ich lieber nichts ausprobieren.
Wer schafft es ins Finale?Regner: Didi und ich! (lacht) Nein, noch besser: Nevio, Mike und ich gründen eine Boyband und Vanessa darf Tamborin spielen! Nein, das war jetzt echt gemein!
Ihr Superstar-Finalisten habt ja gemeinsam eine CD herausgebracht und diese Woche in den Arkaden am Potsdamer Platz in Berlin Eure erste Autogrammstunde absolviert. Wie war's mit all den kreischenden Teenies?Regner: Es war eine coole Erfahrung, man sieht erstmals, was da alles abgeht, wir singen doch nur jeden Samstagabend! Ich habe drei Briefe bekommen, aber BH's sind nicht geflogen.
Wenn Dir das lieber wäre, kann ich ja schreiben, dass die Fans künftig BH's werfen sollen.Regner: Ja, wäre gut (lacht). Nein aber im Ernst, wenn da 2000 Teenies kreischen, ist man froh, dass Bodyguards dabei sind, denn man weiß nie, was passieren würde, wenn die Fans so könnten wie sie wollten.
Wann kommst Du wieder nach Hause?Regner: Spätestens am 4. März, denn da ist keine Sendung - oder eben früher, wenn ich es nicht ins Finale schaffe.
Teisendorf ist stolz auf Dich, Bürgermeister Schießl hat Dir in der letzten Gemeinderatssitzung öffentlich gratuliert.Regner: Echt, das ist ja cool! Ich habe auch schon einen Brief von ihm bekommen, dass ich so eine Art Teisendorf-Botschafter bin, ich fühle mich da echt geehrt!
Bei der 6. Mottoshow "Nummer-1-Hits" am morgigen Samstag singen die verbliebenen fünf Kandidaten folgende Songs: Didi Knoblauch: Roy Orbison: Oh Pretty Woman (1965), Charles & Eddie: Would I Lie To You (1993); Mike Leon Grosch: Richard Sanderson: Reality (1987), The Rasmus: In The Shadows (2003); Nevio Passaro: Xavier Naidoo "Ich kenne nichts" (2003), Elton John: Candle in the wind (1997); Tobias Regner: Aerosmith: I Don't Want To Miss A Thing (1998) / HIM: Join Me (2000)"; Vanessa Jean Deadmon: Whitney Houston: I Wanna Dance With Somebody (1987); Mariah Carey: Without You (1994).
Monika Pingitzer
Quelle