dann will ich mal - hab`s mir heute einige male angehört und ein bild gemacht
bisher kannte ich die songs ja nur unplugged und hab sie einmal live gehört – auf „scheibe“ ist das aber noch mal ein ganz anderes hören -
bin hier jetzt aber bewusst möglichst objektiv geblieben
„ein allerletztes mal“:als opener für die scheibe optimal gewählt, haut schon mal gut rein mit `ner recht knarzigen gitarre, trotzdem noch melodiös genug um die ohren nicht gleich überzustrapazieren, dazu tobis markante stimme - macht gute laune, lust auf party und mehr.
textliche aussage: nach vorne sehen, weitermachen, nicht aufgeben –
denn erst dann ist es zu ende„mal kurz unsterblich“:knüpft musikalisch ordentlich an den opener an – hier gefallen die stakkato-drums im refrain, die gitarre sehr melodisch, dazu schön druckvoll von tobi gesungen – passt.
inhaltlich kann man dieses lied natürlich in bezug zu seinem plötzlichen aber kurzen ruhm bei und nach besagter show sehen – es bleibt aber auch raum für eigene interpretationen
„irgendwo da draussen“:als single gut gewählt – gleich zu beginn die starke akustikgitarre, bei ansonsten zurückgenommenen instrumenten kommt tobis stimme toll zur geltung, klingt trotzdem krätig nach – durchaus ein ohrwurm-lied.
ja und für jeden gibt es
irgendwo da draussen den oder die eine bestimmte person, nach der man nicht unbedingt suchen will, die einem aber dann ganz unverhofft begegnet
„sommer“:ein klavier, ein klavier – nee im ernst, klavier und akkustikgitarre, percussions und tobis samtweicher gesang – im refrain dann gleich zweistimmig in cooler tonlage – romantischer geht `s nicht.
meeresrauschen, sonnenuntergang, eine leichte brise am lagerfeuer – wer will nicht dann und wann die zeit einfach mal anhalten
„egal wo ich bin“:die „quietschende“ gitarre und die darauf einsetzenden drums gehen direkt in den bauch, eher eine melancholische melodie - passend zum text – die jedoch im refrain durch die klingenden tambourines relativiert wird, tobis gesang wirkt und wird schön getragen, das ganze steigert sich dann über den zwischenpart zu einem runden ende hin.
wenn man hin und wieder mal (ver)zweifelt – so ist es schön jemand besonderen an seiner seite zu haben –
du bist mein weg, du bist mein zuhause„komm zurück“:steigt musikalisch mittendrin ein und nimmt sich in den strophen sehr zurück, hier bringt tobis quasi-sprech-gesang den text cool rüber, im refrain ruft tobi uns dann laut und deutlich auch gleich mit „echo“ zurück, von kräftiger instrumentierung unterstützt.
ein aufruf an alle, sich nicht dauernd umzudrehen oder unter kontrollzwang gehetzt zu viele pläne zu schmieden sondern im hier und jetzt zu leben und den moment zu genießen –
wir nehmen uns die zeit für unser leben„die richtigen worte“:das warme intro mit der hell klingenden gitarre und den bassgestützten drums geht direkt unter die haut, dazu tobis sehr gefühlvolle stimme in der strophe – die einen im kraftvollen refrain aber richtig weghaut – genial, geil gesungen mit gänsehautgarantie.
waren wir nicht alle schon mal zu feige für
die richtigen worte – respekt, das tobi zugibt, diesen fehler gemacht zu haben, und uns erinnert, dass die liebe es wert ist für sie zu kämpfen
„deine schönheit“cooles intro mit disharmonischer rhythmusgitarre und druckvoll einsetzenden drums, gesanglich ist tobi hier mal wieder ganz obenauf – zweistimmig unterwegs – das brummt im bauch und hallt in den ohren.
entsetzliche schönheit ist vergänglich –
nur die tauben sehen, wie du langsam verwitterst – wie bitter
„schrottplatz“der liebe“ kommt mit einer wunderschönen melodie daher, mit akustikgitarre, klavier und mehr, die tobis gesang stimmungsvoll trägt, das songfinale mit ausklingendem instrumentalpart animiert zum mitsingen und klingt noch lange nach.
tobi weckt gefühlvoll erinnerungen, ganz unkitschig, und: nein – wir werden
noch nicht gehen – wir wollen mehr
„dieser tag“tröpfelt im intro ganz langsam ins ohr um dann mit satten riffs richtig abzugehen, da gibt tobi gesanglich richtig gas um den zug nicht zu verpassen – kleine anmerkung: mir hat hier die unplugged-nummer besser gefallen, hatte irgendwie mehr swing und groove, aber das ist ja wohl geschmacksache.
irgendwann einmal gibt es einen tag, der für euch dann
dieser tag in eurem leben sein wird
„in wahrheit“beginnt tatsächlich mit elektronischem klang, der aber gleich in fetten und fetzigem, sprich energiegeladenem, sound übergeht, gefolgt von tobis peitschendem, druckvollen sprech-gesang, stimmlich wieder ganz große klasse – das lied prügelt er sozusagen richtig raus, da macht das „kopfschütteln“ spaß.
eine abrechnung mit den uns überflutenden medien der neuzeit, die uns glauben machen, wir hätten uns verändert – doch
in wahrheit sind wir noch die gleichen„raus hier“geht gleich in die vollen, nicht ganz so spacig wie der vorgänger, sondern richtig starker rock, mit eingängigem rythmus und melodie, die tobi gesanglich ganz klar dominiert und zum mitsingen animiert – auch ein starkes stück musik.
wer kennt nicht das gefühl, das leben gleitet einem durch die finger und jeder tag wird abgespult – also los, wir müssen mal
raus hier„ein alternder clown“setzt sich mit krassen gitarrenriffs ins ohr, die dann vom drumsound eingeholt werden, den sie aber dann doch dominieren. trashige tempiwechsel und über allem „thront“ tobis gesang den kriegt kein drumset und keine gitarre platt – rockt cool daher.
muss ich mich angesprochen fühlen? bin ich das auch schon? - ein
alternder clown„alles so zerbrochen“kommt fast pastoral daher, ganz leise und leicht, sanft setzt tobis gesang mit viel gefühl darin ein, schwingt sich im refrain hoch hinaus getragen vom ruhigen rythmus und der weichen melodie – ein gelungener ausklang.
ich hoffe für dich tobi, dass es jemanden gibt, der dich wieder flicken konnte
kurz unsterblich kommt mit abwechselungsreichen liedern daher,
gesanglich meistens richtig geil – tobias stimme ist nach wie vor unverwechselbar, mal gefühlvoll, mal druckvoll, mal ganz im keller und mal ganz oben, vielfach ausdrucksstark und dominant, bringt er die deutschen lieder ins ohr. deutsch zu singen ist wahrlich nicht leicht, es ist eine harte sprache, die eine deutliche und schnörkellose, klare aussprache verlangt – tobias wird dem aber voll und ganz gerecht. gesang und musik sind ausgewogen, gut auf einander abgestimmt und hinterlassen spuren im ohr. gerade auch die deutschen texte regen zum nachdenken an, und lassen – je nach persönlicher situation und stimmung – viel raum für interpretationen, in dem ein oder anderen lied findet man sich sicherlich wieder. man merkt dem album an, dass tobias viel herzblut und schweiß investiert hat, wir drücken die daumen, dass andere das genauso hören.